MINT-Jugendakademie "Youth Science Club"

Der "Youth Science Club" eröffnet 27 Schülerinnen und Schülern aus der 8. bis 10. Jahrgangsstufe im Rahmen des Frühstudiums an der LMU die Möglichkeit, wissenschaftliches Arbeiten vertieft kennenzulernen. Dieses Projekt entspringt einer Zusammenarbeit des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern-Ost mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, vertreten durch die Fakultäten Biologie und Physik.

Die Schülerinnen und Schüler wählen sich ein Thema, mit dem sie sich ein Schuljahr lang beschäftigen möchten. Sie erhalten dann durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Einführung in die zentralen Inhalte ihres Themas und in die Methoden der jeweiligen Disziplin. Da es hier aber nicht darum geht, die Schülerinnen und Schüler zu passiven Konsumenten von wissenschaftlichen Vorträgen zu erziehen, werden sie im Laufe des Jahres dazu ermächtigt, selbst Forschungsfragen zu stellen und sich dazu eigenständig wissenschaftliche Literatur zu erschließen, Vortragende einzuladen oder Experimente zu machen.

Die MINT-Jugendakademie ist auf Dauer angelegt. Die Mitglieder treffen sich alle zwei Wochen in den Räumen der LMU und können jeweils bis zu 3 Jahre lang Mitglied des Clubs sein. Sie haben sich eine Satzung erarbeitet, deren aktuelle Version durch Mitgliederbeschluss und Annahme durch das Beratergremium am 12.07.26 in Kraft getreten ist.

Schuljahr 2026/27: "Moderne Medizin"

Im neuen Schuljahr werden sich die Mitglieder mit Themen der modernen Medizin beschäftigen, mit einem speziellen Schwerpunkt auf Neurowissenschaften.










Schuljahr 2025/26: "Astrophysik und Raumfahrttechnik"

In den ersten Sitzungen haben  die Mitglieder die drei Themenbereiche identifiziert und bestimmt, mit denen sie sich in diesem Schuljahr vertieft beschäftigen möchten. In dieser Zeit besuchten sie außerdem das DLR_School_Lab, hatten einen zweitägigen Workshop am Biozentrum der LMU und hörten einen einführenden Vortrag zu Raumfahrtantrieben von Dr.-Ing. Sebastian Soller und Julia Born, M.Sc. von der ArianeGroup in Ottobrunn.
Im neuen Jahr wurden im Themengebiet "Astrophyskalische Phänomene" Videoprojekte erstellt, die bei der Abschlussveranstaltung vorgestellt werden, und zusätzlich gab es eine Exkursion zum MPI für extraterrestrische Physik und einen Vortrag von Dr. Fabian Schmidt (MPI für Astrophysik). Im zweiten Themengebiet "Physik im Weltall" programmierten die Mitglieder selbstständig einen Leapfrog Algorithmus. Im abschließenden Themenblock "Innovative Raumfahrttechnik" wurden Plakate zum Thema "Reise zum Mars" erstellt und eine Exkursion zum Ariane/Airbus-Gelände in Ottobrunn durchgeführt. Abgerundet wurde das Schuljahr durch eine Exkursion zum MPI für Astronomie in Heidelberg.
Zur Feier des 10jährigen Jubiläums des Youth Science Clubs gibt es in diesem Schuljahr ein Symposium, unter anderem mit Vorträgen von Alumni, von Dr. Gerald Hagemann (ArianeGroup) und von Prof. Dr. Harald Lesch (LMU München).

Schuljahr 2024/25: "Kernphysik"

In der Zeit bis Weihnachten haben die Mitglieder drei Themenkomplexe aus dem Bereich der Kernphysik herausgearbeitet, mit denen sie sich dieses Schuljahr beschäftigen wollen. Dazu gab es einen einführenden Fachvortrag von Prof. Dr. Otmar Biebel und Experimente zu dunkler Materie mit Dr. Christoph Hoyer und Dr. Aishwarya Girdhar (alle LMU), sowie einen zweitägigen Workshop am Biozentrum der LMU.
Anschließend wurden drei Themengebiete bearbeitet: "Kernkräfte", "Strahlung" und "Nuklearmedizin". Dazu gab es Vorträge von Dr. Roman Gernhäuser und Dr. Theo Lorenzini (beide TUM), sowie von Dr. Felix Heinzl, PD Dr. Omid Azimzadeh und PD Simone Mörtl (alle Bundesamt für Strahlenschutz). Darüberhinaus wurden Exkursionen zum Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und zum Mainzer Mikrotron und Experimente mit selbst gebauten Geigerzählern durchgeführt.

Schuljahr 2023/24: "Kryptologie"

Bis zu den Weihnachtsferien hatten die Mitglieder sieben verschiedene Teilaspekte der Kryptologie identifiziert, mit denen sie sich im neuen Jahr beschäftigten. Dazu gab es einen einführenden Fachvortrag von Prof. Dr. Arno Wacker und Dr. Doris Behrendt (Universität der Bundeswehr München), eine Exkursion zu einer Kryptologie-Ausstellung im Deutschen Museum mit Führung durch Dr. Carola Dahlke und einen zweitägigen Workshop am Biozentrum der LMU.
Im neuen Jahr gab es keine Themenblöcke, sondern Einzelveranstaltungen, wie z.B. Einführungen in Python und Veranstaltungen zu Themen wie asymmetrische Verschlüsselungsmethoden, Cyber Security, Quantenkryptographie oder Seitenkanalattacken. Dazu gab es Vorträge von Prof. Dr. Lorenz Panny und Jonas Ruchti, M.Sc. (TUM), sowie Exkursionen zum Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit, zum PhotonLab und zum Schülerlabor "Genetik macht Schule".

Schuljahr 2022/23: "Forensik"

In den ersten Sitzungen haben sich die Mitglieder in das Gebiet der Forensik eingearbeitet und die drei Themenbereiche identifiziert und bestimmt, mit denen sie sich vertieft beschäftigen möchten. Dabei besuchten sie unter anderem das Ariane/Airbus-Gelände in Ottobrunn (ein Nachtrag aus dem letzten Schuljahr), einen zweitägigen Workshop am Biozentrum der LMU und einen einführenden Vortrag von Dr. Frank Reckel vom Bayerischen Landeskriminalamt.
Im neuen Jahr wurden drei Themengebiete vertieft theoretisch und praktisch bearbeitet: "Forensische Psychiatrie", "Biologische Forensik" und "Forensische Toxikologie". Dazu gab es Vorträge von Dr. med. David Popovic vom LMU-Klinikum für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Gabriele Roider vom Institut für Rechtsmedizin der LMU und Dr. Niko Amend vom Institut für Pharmazie und Toxikologie der Universität der Bundeswehr München.

Schuljahr 2021/22: "Raumfahrttechnik"

In der Zeit bis Weihnachten haben die Mitglieder für zwei Themenbereiche Forschungsfragen erarbeitet, mit denen sie sich in diesem Schuljahr beschäftigen werden. Zusätzlich planen Sie einen Themenblock, in dem sie selber eine Rakete bauen und untersuchen möchten. Dazu gab es eine Einführungsveranstaltung von Andreas Haslauer (DLR School_Lab) und Michael Schmidhuber (DLR Raumflugbetrieb).
Nach den Weihnachtsferien wurden drei verschiedene, von der Gruppe selbst ausgewählte Themen bearbeitet: "Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Raumfahrttechnik", "Raketenkonstruktion" und Planung und selbständiger Bau von Raketen inklusive Raketenstarts. Dabei hatten die Mitglieder unter anderem auch die Gelegenheit, mit eingeladenen Expertinnen und Experten, wie Herrn Oliver Drescher vom DLR Oberpfaffenhofen und Frau Maren Hülsmann von der Universität der Bundeswehr München, zu diskutieren.

Schuljahr 2020/21: "Virologie"

Bis zu den Weihnachtsferien haben die Mitglieder die für sie interessantesten Forschungsfelder im großen Gebiet der Virologie identifiziert und die Forschungsfragen formuliert, mit denen sie sich beschäftigen werden. Dazu gab es einen einführenden Fachvortrag von Andreas Brachmann (LMU) und eine Übung zur wissenschaftlichen Literatursuche.
Anschließend arbeiteten sie sich anhand von wissenschaftlicher Literatur in vier von der Gruppe selbst ausgewählte Themen aus dem Bereich der Virologie ein: "Virusevolution", "Viren als Werkzeug", "Impfstoffe und Impfungen" und "Modellierung und Datenanlyse". Die Ergebnisse wurden jeweils in der gesamten Gruppe oder auch mit eingeladenen Experten, wie Prof. Dr. Marc Gottschling (LMU) und Prof. Dr. Stylianos Michalakis (LMU) diskutiert.

 

Schuljahr 2019/20: "Psychologie"

In der Zeit zwischen Schuljahresbeginn und Weihnachtsferien erarbeiteten die Mitglieder die spezifischen Forschungsfragen zur Psychologie, mit denen sie sich nach den Ferien beschäftigen möchten. In dieser Zeit war ein einführender Vortrag von Prof. Dr. Mario Gollwitzer (LMU), ein zweitägiger Workshop am Biozentrum der LMU zum Arbeiten mit wissenschaftlicher Literatur und ein Besuch beim TechDay im Programm.
Nach den Weihnachtsferien wurden vier verschiedene Themen aus unterschiedlichen Bereichen der Psychologie behandelt: "Persönlichkeit und Motivation" aus der Verhaltens- und Sozialpsychologie, "Denken und Bewusstsein" aus der Neuro- und Biopsychologie, "Psychologische Störungen" aus der Klinischen Psychologie, sowie "Placeboeffekt" aus der Medizinischen Psychologie. Dazu gab es Vorträge von den Kinder- und Jugendpsychologen Benedikt Schumitz und Lotta Zielke, von Prof. Dr. Benedikt Grothe (LMU) zu neurologischen Grundlagen von Denken und Bewusstsein, sowie von Prof. Dr. Karin Meißner (LMU) zum Placoboeffekt.

Schuljahr 2018/19: "Künstliche Intelligenz"

Um Künstliche Intelligenz ging es auf Wunsch der Jugendlichen im Schuljahr 2018/19. Die Schülerinnen und Schüler haben sich nicht nur mit Neuronalen Netzen und Machine Learning auseinandergesetzt, sondern gingen auch fundamentalen Fragen nach, insbesondere: "Was ist eigentlich Intelligenz?" und "Wie ist das Handeln von künstlicher Intelligenz ethisch zu bewerten?" bzw. "Welche Ethik soll die Basis der Programmierung sein?"
Unter anderem gab es Vorträge von Prof. Dr. emer. Kurt Heller (LMU; über Intelligenz), Marin Zec (TUM; zum Thema: Wenn künstliche Intelligenz aus dem Ruder läuft) und Dr. Ben Moster (LMU; über Machine Learning).

Schuljahr 2017/18: "Astronomie und Astrophysik"

Die Mitglieder des Clubs beschäftigten sich im Laufe dieses Jahres, unterstützt durch Dr. Cecilia Scorza (Fakultät Physik der LMU) und Dr. Arno Riffeser (Fakultät Physik der LMU, Universitätssternwarte München) unter anderem mit dem Lebenszyklus von Sternen und Gravitationswellen. Sie haben am Computer simuliert, was passieren würde, wenn ein planetenähnliches Objekt in unser Sonnensystem eindringt und sind bei der Beschäftigung mit Schwarzen Löchern an die Grenzen der klassischen Physik vorgedrungen.
Nicht zuletzt erhielten die Schülerinnen und Schüler dank der Unterstützung durch die LMU auch Zugang zum Wendelsteinteleskop und konnten so in der Nacht und auch am Tag eigene Beobachtungen und Fotographien machen.

Schuljahr 2016/17: "Gene, Genetik und Gentechnologie"

Unter Anleitung von Andreas Brachmann (LMU) erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler wesentliche Grundlagen der Genetik, die deutlich über das schulische Niveau hinausgingen. Sie setzten sich dazu selbst einzelne Forschungsthemen, wie z.B. "Unsterblichkeit", erschlossen sich dazu den aktuellen Forschungsstand, um dann dem zum Thema eingeladenen Referenten, im Beispiel Prof. Dr. Charles David (Fakultät für Biologie der LMU), als Fachpublikum gegenüber zu sitzen, das vertiefte Verständnisfragen stellt.
Den Abschluss dieses Jahres bildete ein zweitägiges Praktikum. Unterstützt durch Prof. Dr. Barbara Conradt, Dr. Dagmar Hann und Anne Hoffrichter (alle Fakultät für Biologie der LMU) bereiteten die Schülerinnen und Schüler ihre Experimente im Detail (z.B. Wahl der Primer) selbst vor und führten diese dann auch eigenständig durch (z.B. Analyse von Zimtpulver auf Herkunft und Echtheit).